Man sagt, keiner liest heute noch Blogs. Alle sind auf sozialen Medien unterwegs. Dann machen wir es uns doch hier einfach im kleinen Kreis gemütlich. Wer braucht Menschenmassen? Ich auf jeden Fall nicht.
2009 hatte ich angefangen zu bloggen, nachdem meine Lieblingsseite verkauft wurde und ein großer Single-Popingel seine Chance sah, dort zuzugreifen. Damals wurde da gesingelt, aber mehr geschrieben, als in irgend einem anderen Portal. Man konnte sich mit allem Möglichen ausprobieren. Spannende Geschichten, Tagesgeschehen, soziales Engagement... usw. Und ich muss sagen, ich habe dort gerne meine Zeit verbracht, gelesen, geschrieben und andere Leute kennen gelernt. Rückblickend war es ein netter Zeitvertreib.
Geschrieben habe ich schon mein ganzes Leben lang. Ich war nicht mal in der Schule und fand schreiben schon faszinierend. Meine ersten Stifte hütete ich wie ein Schatz. Auch heute noch habe ich besondere Stifte für besondere Anlässe. Bis hin zur Calligraphie. Ich habe alles sehr genau genau genommen. Später im Beruf hieß es dann immer: "Glückwünsche schreibt die Potttinte. Die hat so eine schöne Handschrift." Super Idee! Nicht.
Ich habe meine Art, zu erzählen. Es ist viel erlebt in so einem Leben. Und manchmal denke ich an eine Situatioin, und schon beginnt alles nur so zu fließen. Ein Strom von Erinnerungen, Fantasie, Erfahrungen, wie es hätte sein können. Wer schreibt, weiß, was ich damit meine. Es kann auch nichtsnutziger Unsinn dabei heraus kommen. Nicht alles ist tiefenpsychologisch, voller Weisheit und/oder hätte den Nobelpreis verdient. Im Gegenteil, von 100 Dingen, die man schreibt, sind wahrscheinlich 99 ziemlich doof nach einer Weile. Ich bin genau wie bei jedem anderen Menschen, mir selbst der größte Kritiker. So oft schon, dass ich Projekte andachte und verwarf, ohne es versucht zu haben.
Manchmal gehen mir Dinge auch einfach zu nahe. Es ist, wie ein erneutes Erleben. Oder ein anders Erleben. Oder ein vergessen wollen. Ihr wisst, was ich meine.
Aber am Besten gefällt mir, dass Geschichten oder Erlebtes besser ist als jede Therapie. Kein Mensch sagt, dass man etwas nicht sagen darf oder das sich das nicht gehört. Niemand möchte seinen Fokus auf etwas anderes lenken, als du selbst. Schreiben ist Freiheit. Freiheit der Gefühle und Gedanken. Und die Freiheit, dem Leser zu überlassen, ob es Wahrheit oder Erfindung sein könnte.
Manche meiner Artikel wurden mit "krass" beschrieben. Jemand sagte dazu, es erinner an irgendwelche bekannten Autoren. Dann gibt es aber auch meine Katalogtexte, Kindergeschichten, Biografisches, Aktuelles, Erinnerungen an andere Generationen und ihre Geschichten... Ich lege mich nicht fest. Ich hasse Schubladen. Was heute "krass" ist, ist morgen nur noch so la la... Zeit verändert Dinge.
Ich freue mich, dass ihr diesen Blog gefunden habt und nun mitlesen möchtet. Setzt euch, nehmt euch einen Kaffee oder Tee und genießt die Auszeit.
Eure Potttinte

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